Ich will in die Hölle!

 

Haltet mich für verrückt, aber ja - genau da will ich hin. Meine erste Triathlon Mitteldinstanz wird mich in das schönste Mittelgebirge der Welt führen: Den Harz. Ich starte bei der Hölle von Q.

Die letzten 8 Wochen meiner Trainingsvorbereitung möchte ich hier mit euch teilen. Warum nur die letzten 8 Wochen? Weil es jetzt so richtig ans Eingemachte geht. Bisher standen ein Cross-Triathlon im April und zwei weitere Triathlons über die Olympische Distanz im Mai und Juni auf meinem Wettkampfplan. Ich habe viel an meinen Grundlagen gearbeitet und vor allem beim Schwimmen unzählige Technik-Übungen absolviert, damit ich endlich eine bessere Wasserlage habe und nicht immer mit dem rechten Arm übergreife. Außerdem standen viele GA1-Ausfahrten mit dem Rad und ruhige Einheiten auf der Laufstrecke an.

blick über kelkheim und frankfurt vom großen mannstein staufen

Nach dem Hitzerennen beim Merck-Heinerman in Darmstadt am vergangenen Wochenende, durfte ich mich diese Woche etwas "ausruhen": Montag - Regeneration (Spaziergang in der Mittagspause und nach der Arbeit), Dienstag 7 Uhr Schwimmen im Freibad (45 Min. Technik), Mittwoch 20:45 Uhr Laufen (45 Min. mit Fahrtspielen und Krafttraining), Donnerstag 20:00 Uhr Rad (1:20 h MTB bergig); Freitag 20:50 Uhr Laufen (10km hügelig, GA1), Samstag 11:00 Uhr Schwimmen im Freibad (1h Technik und Sprint), Sonntag 6:00 Uhr Koppeltraining Rad (2h MTB bergig Grundlagentraining) anschließend Laufen (5km Tempotraining).

Am meisten habe ich das Radtraining am Sonntagmorgen genossen - wir haben eine interne Challenge laufen: Wie lange haben wir den Wald für uns allein? Diesmal dauerte es eine Stunde, bis uns eine Läuferin begegnete :-) Und wir hatten eine fantastische Aussicht vom Großen Mannstein über Fischbach, Kelkheim, bis zum Feldberg und über ganz Frankfurt. Und keiner außer uns war sonst noch dort. Genuss pur.

In der kommenden Woche steigen die Trainingsumfänge und Intensitäten und am Freitag geht es wieder rauf auf den schönen Feldberg... Ich werde berichten.

#mywaytohellvonq – noch 8 Wochen
In der vergangenen Woche stand eine Belastungswoche an: Am Montag wurde 1h auf der Rolle zugebracht.
Dienstagmorgen ging es um 7 Uhr ins Freibad für eine Technik und Schnelligkeits-Einheit, insgesamt 2,7km.
Mittwochabend bin ich 2,5h mit dem MTB durch den Taunus geradelt und habe endlich mal die Billtalhöhe gefunden. Am Abend ist in dieser Gegend kaum jemand unterwegs, sodass ich die Ausfahrt richtig genießen konnte. Die Ruhe im Wald tut unheimlich gut – so kann ein Tag wunderbar ausklingen.
Donnerstag wurde etwa eine Stunde schnell gelaufen. Hier stand im Fokus, das Tempo über einen längeren Zeitraum durchhalten zu können: 15 Min. einlaufen, 10 Min. Lauf-ABC, 3x80m Temposteigerung+80m Gehpause, Tempopyramide: 200m, 400m, 800m, 1000m, 800m, 400m, 200m im GA2-Tempo mit jeweils 200m Trabpause. Restliche Zeit locker auslaufen.
Freitagabend wollten wir eigentlich auf den Feldberg radeln, aber leider hat uns ein Gewitter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Also haben wir eine Einheit Athletik-Training und Kraftaufbau eingeschoben. Das ist auch wichtig und wird gern mal vernachlässigt. Aber so kann man Verletzungen vorbeugen und mit der richtigen Haltung auch ökonomischer Laufen und länger auf dem Rad in Aeroposition sitzen. Es lohnt sich also.
Samstag war das Gewitter durch und wir sind wieder im Freibad zu einer Grundlageneinheit gewesen. Weil es allen anderen Schwimmern wohl zu kalt war, hatten wir eine Bahn ganz für uns und konnten unser Training ratz-fatz durchziehen: 300m einschwimmen, 4x50m Kraulbeine mit Brett (tut furchtbar weh und macht keinen Spaß), 300m Kraulen im 50er Wechsel: einarmig, 2er-Abschlag und normal, 8x100m mit Pull-Buoy: 25m Brustarme GA2, schnelle Frequenz +75m Kraularme GA1, 20 Sek. Pause, 10x100m Kraul 3er-Atmung GA1, 5 Sek. Pause und 200m ausschwimmen. Ab und an kam die Sonne raus und ein breites Grinsen ins Gesicht, weil ich ziemlich stolz auf mich war, dass ich mich aufgerafft habe und das Training einfach durchgezogen habe.
Sonntagmorgen sind wir gegen 8 Uhr zu unserer Koppel-Einheit aufgebrochen. Aus geplanten 2h Radausfahrt sind dann doch 3h geworden. Einfach, weil wir es können und es im Taunus so schön ist. Anschließend wurden noch 40 Minuten Laufen drangehängt und dann ging es ab in die Badewanne zum relaxen.

#mywaytohellvonq – noch 7 Wochen
Diese Woche war sehr turbulent. 2 Übernachtungen und kein funktionierendes Bad – aber es geht alles, wenn man will.
Montagabend also Dortmund. Da ich in der Dortmunder Innenstadt nicht laufen wollte und das Hotel ein Laufband hat, hatte ich eine Indoor-Einheit geplant. Leider war das Laufband defekt, sodass ich dann eben nochmal auf eine Athletik-, bzw. Krafteinheit umgestiegen bin und mich mit funktionellen Übungen malträtiert habe. Die Rückfahrt lief leider nicht so, wie geplant, sodass ich erst halb zwölf zu Hause war und dann ziemlich erledigt ins Bett gefallen bin.
Darum bin ich am Mittwochmorgen auch nicht zum Schwimmen gegangen. Mittwochabend die nächste Übernachtung in Leipzig im Westin. Da ist der Park nicht weit und ich habe mich so richtig aufs Laufen gefreut. Es sollte nur eine 75-Minuten-Einheit werden, aber die Laufstrecke war so toll, dass es dann doch 90 Minuten geworden sind: 15 Min. einlaufen, 5 Min. Lauf-ABC, 3x80m Temposteigerung+80m Gehpause. Dann 200mGA2-Tempo+200m Trabpause+2000m GA-Dauerlauf+200m Trabpause – das Ganze 4mal wiederholen und die restliche Zeit locker auslaufen. Ich war erstaunt, wie viele Läufer unterwegs waren, auch auf Wegen, die eher abgelegen erschienen. Das Wetter war der Hammer und ich hatte richtig Spaß. Als ich im Hotel ankam, habe ich ein Handtuch und ein Isogetränk vom Hotel bekommen und die Dusche tat unheimlich gut.
Donnerstag war Seminartag und Rückreise. Zu Hause angekommen hab ich dann nur noch mit der Blackroll® meine verkaterte Muskulatur gelockert und dann ging es ab in Bett.
Freitag war ein langer Bürotag und ich war von der Woche so geschlaucht, dass ich das Training hab ausfallen lassen. Hat mir nicht gefallen und ich war ziemlich frustriert, aber immerhin haben wir einen längeren Spaziergang durch den Wald gemacht, sodass ich wenigstens etwas Bewegung hatte. Samstag hab ich mich dann wieder zum Schwimmen motiviert und war sehr froh, dass ich nicht wieder gekniffen habe. Die Sonne schien, die Bahn war frei und das Training hat richtig Spaß gemacht. So gut habe ich mich schon lange nicht mehr beim Schwimmen gefühlt. Die 3er-Atmung hat super geklappt und mit den neuen Paddles merke ich, wie ich den Arm durchs Wasser drücken muss, um noch mehr Vortrieb zu bekommen. Abends wurde es dann wieder spät, denn wenn ich im Becken meine Bahnen ziehe, macht niemand den Haushalt – doof. Bis dann die Sachen für den MöWathlon gepackt und wir fertig waren, war es dann wieder halb zwölf.
Neoschwimmen
Sonntagmorgen klingelte um 5 Uhr der Wecker (#callmeearlybird). Es gab Brötchen und selbstgemachte Scones (die hab ich auch noch am Samstag gebacken) zum Frühstück und dann auf nach Mörfelden. Der Wettkampf war klasse. Ich habe neue Bestzeiten in allen 3 Disziplinen aufgestellt und kam nach 1:25:09 h ins Ziel. Am meisten habe ich mich über meine Schwimmzeit von 09:40 Min. gefreut. Juhu! Sonntagnachmittag haben wir uns mit Freunden in Bad Homburg getroffen und einen entspannten Nachmittag verbracht. Wir waren spazieren und haben ohne schlechtes Gewissen ein Eis gegessen.
Fazit: Der Freitag und Samstag haben mir gezeigt, dass ich unausstehlich bin, wenn ich mal ein Training ausfallen lasse. Ich habe dann zum einen ein schlechtes Gewissen, weil ich mich nicht gut vorbereite und zum anderen nagt es an mir, dass ich nicht diszipliniert genug bin. Nun könnte man sagen: Ja, aber du warst ja auch die ganze Woche unterwegs und kamst spät nach Hause und du musst ja auch mal ausspannen… Das mag wohl sein, aber wenn ich Freitag einfach nochmal eine kleine Runde aufs Rad gestiegen wäre oder die Laufschuhe geschnürt hätte, dann wäre meine Laune viel besser gewesen, ich hätte kein schlechtes Gewissen gehabt, hätte nochmal eine sinnvolle Trainingseinheit gehabt und mein Cortisol-Spiegel wäre nicht messbar gewesen. Also wäre ich gut entspannt ins Wochenende gestartet. Gerade am Samstag habe ich gemerkt, dass das Training, auf das man am wenigsten Lust hat, das beste Training wird. Was mich wieder an eine Postkarten-Weisheit erinnert: Einfach machen – könnte gut werden! In diesem Sinne: Auf in eine neue wunderbare Trainingswoche – Wir sehen uns in der Hölle…

#mywaytohellvonq – noch 6 Wochen
Der Montag startete mit einer Einheit auf der Rolle, um die Muskeln wieder schön locker und geschmeidig zu machen. Je öfter man übt, umso länger kann man in Aeroposition sitzen und schön gleichmäßig strampeln. Da die Rolle recht laut ist und ich nicht mit auf Anschlag laut aufgedrehten Kopfhörern meine Ohren kaputt machen möchte, radele ich ohne jegliche Ablenkung. Das klingt jetzt erst mal ziemlich dröge, ist aber für Grübler wie mich ideal. Denn so habe ich jede Menge Zeit zum Grübeln, ohne Zeit zu vergeuden. Phasenweise merke ich sogar, dass ich gerade mal gar nicht gegrübelt habe, was dann wohl dem Zustand während einer Meditation recht nahekommt. Nach dem Training ist jedenfalls der Kopf frei und ich bin ziemlich entspannt.
Den abendlichen Lauf am Dienstag habe ich auf Mittwochmorgen verschoben, weil es auch gegen 21 Uhr noch über 30 Grad warm war. So wurde dann aus dem 7-km-Lauf eine halbstündige Nüchterneinheit morgens um halb sechs. Wieder zu Hause gab es einen meiner selbstgemachen Müsli-Scones und eine Tasse Kaffee und dann ab ins Freibad, um nochmal für eine gute Stunde die Schnelligkeitsausdauer über 2,8 km zu trainieren: 300m einschwimmen, 300m GA1+200m GA2 +100m GA1 mit 30 Sek. Pause – das Ganze 3mal wiederholen. 100m Lagenbeine, 400m Kraularme mit Pull-Buoy und Temposteigerung, dann 200m Ausschwimmen. Puh! Nach getaner Arbeit wartete dann die Arbeit im Büro auf mich.
Donnerstag ging es in Richtung Norden nach Hamburg, weil ich dort am nächsten Tag ein Seminar gehalten habe. Das hieß: Endlich einmal die berühmte Alsterrunde laufen. Ist vielleicht an einem der heißesten Abende des Jahres nicht die beste Idee, denn gefühlt war halb Hamburg auf die gleiche Idee gekommen. Und ich mag es viel lieber, wenn ich ganz für mich laufen kann. Jedenfalls sind Geschäftsreisen keine Ausrede, nicht für eine Mitteldistanz zu trainieren: 15 Min. Einlaufen und 5 Min. Lauf-ABC, 3x80m Temposteigerung mit je 80m Trabpause. dann 4x je 400m GA2-Tempo+200m Trabpause+2000m GA-Dauer+200m Trabpause, restliche Zeit locker auslaufen – etwa 1,5 h. Da es am Freitagabend zurück nach Hause ging, war eine Trainingspause an diesem Tag eingeplant.
Dafür hieß es dann am Samstag wieder Schwimmen und zwar 2,5km Grundlagen. Hierbei stand das Üben der 3-er-Atmung im Vordergrund, was auch sehr gut geklappt hat. 200m einschwimmen, 300m Kraul mit Fokus auf Armen und Beinen im 25er-Wechsel, 8x100m Lagen GA1 mit 20 Sek. Pause, 1000m kraulen GA1 mit 3er-Atmung, 200m ausschwimmen.
Am Sonntag wurde wieder fleißig gekoppelt. Allerdings nicht wie vorgesehen 4,5h Rad und 1,5h Laufen, sondern Gewitter-bedingt wurden es nur 1,5h Radfahren und 25min. Laufen. Dafür haben wir so viele Höhenmeter gesammelt, wie möglich und waren ordentlich dreckig, als wir zu Hause ankamen. Echt ärgerlich, denn am Nachmittag war perfektes Trainingswetter und angenehme Temperaturen. Beim nächsten Mal also das Regenradar vorher checken, ob es nicht doch Sinn macht, noch etwas zu warten. Da wir das aber schon ein paar Mal probiert haben und es dann eher schlimmer wurde, oder wir gar keine Lust mehr aufs Training hatten, sind wir eben direkt nach dem Frühstück gestartet. Das lief diesmal eben nicht so gut. Vielleicht kann ich im Urlaub noch die ein oder andere Radeinheit verlängern, dann sollte das in der Hölle auch gut klappen.

#mywaytohellvonq – noch 5 Wochen
Montag: trainingsfrei
Dienstag: Letzter Arbeitstag vor dem Sommerurlaub!!! Der wurde gebührend mit einem längeren Lauf am Abend gefeiert. Es ging für gut 1:15 h in den Hofheimer Wald auf unsere Hausrunde und schwupps bin ich im Urlaubsmodus: 15 Min. einlaufen, 5-10 Min. Lauf-ABC, 3x80m Temposteigerung+80m Gehpause, restliche Zeit locker laufen.
Mittwoch: Heute ist der erste Urlaubstag, den wir mit einer Stunde Schwimmen und einer 3-stündigen GA-1-Radausfahrt begonnen haben. SWIM: 200m einschwimmen, 300m Kraul im GA-1-Bereich mit Fokus auf den Beinen und Armen im 50er Wechsel, 5x100m Lagen, 1.000m Kraularme mit Pull-Buoy im GA-1-Tempo, 200m ausschwimmen.
Donnerstag: Ab in den Urlaub – es warten gut 700 km auf uns, was langes rumsitzen bedeutet. ☹
Freitag: Endlich Urlaub. Wir sind mit dem Bulli an die Ostsee gefahren und verbringen ein paar Tage bei Freunden auf dem Land. In Tribsees gibt es ein wunderschönes Naturschwimmbad, das wir gleich ausprobiert haben. Es wurde eine halbe Stunde geschwommen, nachdem wir zuvor einen halbstündigen GA1-Lauf durch die unberührte hügelige Landschaft in der Nähe des Schwimmbades absolviert haben.
Am Samstag wurde Rostock unsicher gemacht. Wir waren bei der Hella Marathonnacht dabei und ich habe eine neue Bestzeit beim Halbmarathon aufgestellt: 2:20 h. Der Wettkampf lief gut, es war nicht so heiß, wie im letzten Jahr und ich bin gut durch den ersten Teil gekommen. Der Schotterweg Richtung Innenstadt hat dann doch ganz schön Kraft gekostet, sodass ich gegen Ende ziemlich kämpfen musste. Die wirklich große Medaille hat mich die Anstrengung dann aber schnell vergessen lassen. Die Stimmung vor allem im Ortsteil Gehlsdorf war wieder sensationell und der Ausblick auf die wunderschöne Altstadt vom Hafen aus ist wirklich eine Reise in den Norden wert.
Nach dem Halbmarathon wurde in Ahrenshoop entspannt und regeneriert.

#mywaytohellvonq – noch 4 Wochen
Am Montag stand ein Wachmacher-Workout am Strand von Zingst auf dem Urlaubs-Trainingsplan. Am Dienstag sind wir mit einem 45-minütigen Nüchternlauf in Stralsund am Strelasund in den Tag gestartet. Man kann dort auf dem Rückweg jede Menge Brombeeren für das Frühstück sammeln. Fantastisch. Weiter ging es nach Rügen…
Der Mittwoch begann nervenaufreibend. Wir haben gleich am Morgen unsere Tempoausdauer trainiert, damit wir ja pünktlich die Fähre nach Hiddensee noch bekommen. Dort waren wir dann den ganzen Tag auf dem Rad und haben insgesamt 40km auf dieser schnuckeligen Insel abgespult. Das dann aber gemütlich im GA1-Tempo mit ein paar Steigungen zum Leuchtturm Hiddensee und nur einer Tempoeinheit Richtung Plogshagen (Neuendorf).
Auch am nächsten Tag stand das Radtraining im Vordergrund, das man im Norden einfach besser hinbekommt, weil eben nicht jeder Fleck bebaut ist. Auch an diesem Tag sind wir wieder über 40km zum Kap Arkona gefahren. Am späten Nachmittag wurde auch hier wieder eine Tempo-Einheit drangehängt, um einem Gewitter zu entkommen. Am Abend noch ein 30-Minuten-Lauf im Renntempo am Deich mit Blick auf die Ostsee und die untergehende Sonne. Ohne Worte.
Unsere letzten Tage auf Rügen haben wir in Binz/Prora verbracht. Auch hier sind wir wieder aufs Rad gestiegen und haben eine gemütliche Regenerationsfahrt in und um Binz/Prora von 30km gemacht.
Bei bestem Badewetter sind wir vormittags von Prora nach Binz gelaufen. Immer schön an der Strandpromenade entlang. Und dann natürlich wieder zurück. Hier wurden ein paar Fahrtspiele eingebaut und wir waren etwa 1,5 Stunden unterwegs.
Den Sonntag haben wir zur Regeneration und für die Rückfahrt nach Hause genutzt.

#mywaytohellvonq – noch 3 Wochen
Montag: trainingsfrei
An meinem letzten Urlaubstag habe ich noch einmal geübt, 2.000m durchzuschwimmen. Einfach für meinen Kopf, dass ich weiß, dass ich es kann. Und es lief super. Bin im Renntempo geschwommen und habe 44 Minuten gebraucht – Rollwenden kann ich nicht und ich habe mit dem Tempo noch genug Kraft fürs Rad und die Laufstrecke.
Heute ging es wieder zur Arbeit. Dank guter Vorplanung war der Tag stressfrei zu bewältigen und ich kam gut gelaunt nach Hause, um mein Lauftraining mit Intervallen und Tempointervallen in 1:15 h durchzuziehen: 10 Min. einlaufen, 5 Min. Lauf-ABC, 3x80m Temposteigerung+80m Gehpause, dann 2.000m GA2-Dauerlauf+400m Trabpause – das Ganze 4mal wiederholen und dann locker auslaufen.
Dafür spielte mir am Donnerstag, Freitag und Samstag das Leben einen Streich und beschwerte mir richtig blöde/stressige Tage und ich wollte einfach nicht trainieren. Samstagabend hat mir mein Körper dann gezeigt, dass er sich gern bewegen möchte. Ich habe dann immer so ein kribbeln in den Muskeln und das Verlangen, sie anzuspannen. Das ist ziemlich ätzend und führt nachts dann dazu, dass ich vor allem meine Beine so fest anspanne, dass ich Muskelkrämpfe bekomme. Ein untrügliches Zeichen, dass ich mich wieder bewegen muss. Zum Glück war Sonntag Wettkampftag.
Hanau City Triathlon über die Sprint-Distanz. Der lief sogar recht gut. Ich bin 3. in meiner AK geworden – JUHUU!!

#mywaytohellvonq – noch 2 Wochen
Hui, so langsam werde ich nervös. Montags ist meist trainingsfrei, so auch heute.
Am Dienstag ging es ins Freibad. Ich hatte schon tagsüber ein leichtes Kratzen im Hals, mir aber davon das Training nicht vermiesen lassen wollen. Ich bin 1,5 h geschwommen, habe Technik-Übungen absolviert und ein wenig die Schnelligkeit trainiert: 200m einschwimmen, 300m Kraulen mit Fokus auf den Beinen, 6x50m Kraulen, dabei 12,5m Sprint + 37,5m locker, 600m Kraularme mit Pull-Buoy, 4x100m Lagen im Wechsel, 100m locker nach Belieben, 500m Kraul mit Paddles und Fahrtspiel, 100m ausschwimmen.
Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, Montag: KRANK! ☹ Miese Laune. Suboptimal!

#mywaytohellvonq – noch 1 Woche
Dienstag durfte ich das erste Mal wieder den Versuch unternehmen, zu laufen. Das ging etwa einen Kilometer gut, dann musste ich abbrechen, weil meine HF verrücktspielte. Normalerweise und in gesundem Zustand sinkt die HF, wenn man den Lauf unterbricht. Heute ging sie immer 2 Schläge rauf, wieder runter, 4 Schläge rauf, 3 runter, 2 rauf, 6 runter usw. Also zähneknirschend noch 2 km gewalkt und dann wieder nach Hause. ☹
Statt der geplanten Radausfahrt habe ich am Mittwoch nur auf der Rolle trainiert. Das belastet das Herz-Kreislauf-System nicht so stark und man übt in erster Linie das Durchhalten in Aero-Position auf dem Rad.
Am Donnerstagmorgen bin ich dann wieder schwimmen gegangen. Relativ entspannt nochmal das Wasser genießen und bloß keinen Stress machen. Nicht, dass die Erkältung nochmal zuschlägt. Denn meine Nebenhöhle war immer noch nicht frei. 300m einschwimmen, 6x50m Technik-Übungen, 4x50m Kraulen mit Steigerung und 10x50m Kraulen im GA-2-Tempo mit kurzen Pausen von 15 Sek., dann 200m ausschwimmen.
Freitag Anreise nach QLB – Der Countdown läuft… Alles gepackt? Nichts vergessen? Hier mal eine Liste, die ich immer durchgehe, um auch ja nichts zu vergessen:
Triathlon: Fahrrad (Ersatzschlauch, Reifenheber, Dichtmittel, Trinkflasche), Luftpumpe, Kettenöl, Werkzeug, Drehmomentschlüssel
Vorstart: Einteiler, Vaseline, Sonnencreme, Startnummernband mit Startnummer (und Schlüsselmäppchen mit Geld), Sportuhr, Brustgurt, Herzfrequenzsender, Neoprenband für Chip, Zeitchip, Kleingeld (1,-€, 20 Cent, 50 Cent), etwas zum Essen vor dem Start, Kohlenhydratriegel, Jacke, 1,5 Liter Wasser, Startunterlagen
Schwimmen: Schwimmbrille, Badekappe, Neoprenanzug
Radfahren: Radhelm, Radschuhe, Sonnenbrille, kleines Handtuch, kleine Wasserflasche, Gel, Kohlenhydratriegel, Taschentücher
Laufen: Laufschuhe, Laufsocken, Laufmütze, Gel, Kohlenhydratriegel
Für danach: Badelatschen, Duschgel, Handtuch, Klamotten, Regenerationsgel, 1,5 Liter Wasser

Ganz wichtig für mich: Das eigene Kopfkissen nehme ich immer mit. Es reicht, dass man vor einem Wettkampf eh schon nicht gut schläft. Dann aber wenigstens so gut es eben geht.
Hölle von Q Triathlon

Samstag war es nochmal schön heiß in Quedlinburg: 34 Grad. Noch vor dem Frühstück gab es einen 40-minütigen Nüchternlauf durch den Park am Brühl, durch den auch am Ende der Hölle von Q gelaufen wird. Nach dem Mittagessen bin ich mit dem Rad nach Ditfurt gefahren, um die Startunterlagen zu holen und die Wechselzone einzurichten. Dann wurde die Wechselzone 2 in Thale eingerichtet, was im Wesentlichen daraus bestand, eine Kiste mit meinen Laufsachen zu bestücken und sich mit einem sehr engagierten und erfahrenen Triathlon-Kollegen auszutauschen. Danke an dieser Stelle schon einmal für den wunderbaren und unbezahlbaren Einsatz der ganzen freiwilligen Helfer und Streckenposten, aber dazu später noch mehr. Ich bin dann noch mit dem Auto die restliche Radstrecke abgefahren, die ich im Mai mit dem Rad nicht mehr geschafft habe und mir wurde ganz schlecht. Dass es bergig wird, war ja aus der Ausschreibung klar geworden und da ich in Quedlinburgs Umgebung aufgewachsen bin, hätte mir bewusst sein müssen, worauf ich mich da einlasse, aber das war doch wirklich noch nicht immer so steil, oder? Ist das euer Ernst? 14% Steigung? Ihr macht schlechte Witze! Von der Wettkampfbesprechung ist mir dann auch nur noch der Satz in Erinnerung geblieben, dass ich mich auf dem Weg von der Roßtrappe nach Thale gut festhalten soll, was sich als wertvoller Tipp erweisen sollte. Der Abend verging schnell, die Nacht war kurz und unruhig…

Nach wenigen Stunden Schlaf klingelte am Sonntag früh um 3:30 Uhr der Wecker. JETZT GEHT ES IN DIE HÖLLE! Ich bekam grad so meinen Kaffee runter und ein (völlig ungesundes aber vor Wettkämpfen das einzig essbare) weißes Toastie-Brötchen mit Marmelade. Draußen war es stockfinster, die Sterne leuchteten und es war schön warm.

Um 5 Uhr war ich eine der Ersten an der Wechselzone und habe auf die Wettkampfrichter gewartet. Dann Radcheck, Luft aufpumpen, Wasserflaschen füllen, Riegel (vorher vorgeschnitten) und Gels in die Oberrohr-Tasche packen und noch ein Mal die Wechsel-Box checken. Dann langsam die letzten Vorbereitungen: In den Neo schlüpfen, Hals eincremen, Banane essen und Kohlenhydrat-Gel trinken, Ohrstöpsel rein, Chip aktivieren, höllische Badekappe aufsetzen, Schwimmbrille schnappen und einschwimmen. Das Wasser ist herrlich. Immer wieder schleiche ich zum besten Ehemann der Welt und frage, ob man nicht doch wieder nach Hause fahren könne, das sei ja doch alles eine ziemlich bekloppte Idee…


 

Noch 2 Minuten. Ok, wieder Richtung Startlinie. Blick zurück in der Hoffnung, dass mich jemand ruft und ich ganz schnell woanders hinmuss. Noch 30 Sekunden.

Schwimmbrille aufsetzen, tief durchatmen und PENG…! Roten Knopf an der Uhr drücken, die ersten Schritte ins Wasser und los geht es. 

 

 

 

 

 

Ich starte immer weiter hinten im Starterfeld, um nicht Arme und Beine abzubekommen, aber es hilft nichts. Ein Fuß erwischt mich doch im Gesicht und beschert mir einen hübschen Kratzer an Kinn und Nase. Zum Glück bleibt die Schwimmbrille an Ort und Stelle und ich kann - meckernd - meine Kraulzüge fortsetzen. Nach ein paar Metern sind die Freaks weiter vorn und wir vernünftigen Schwimmer haben unseren Platz gefunden und kommen uns nicht in die Quere. Ab und zu den Blick nach vorn richten und ganz ruhig weiterschwimmen. Wir schwimmen ein Rechteck im Uhrzeigersinn und nach der 3. Abbiegung habe ich das Gefühl, dass ich bestimmt schon eine Ewigkeit im Wasser bin. Da hat sich doch jemand vermessen! Mit Anpeilung der Kirche in Ditfurt geht es der vorletzten Boje entgegen und beim Umschwimmen strahlt mir die mittlerweile aufgehende Sonne ins Gesicht. Ich sehe nun zwar meine letzte Boje nicht mehr, aber vor mit zappelt es noch im Wasser, sodass ich nicht allzu falsch sein kann. Schemenhaft kann ich dann doch ab und zu die Boje und damit mein erstes Ziel für heute erkennen. Langsam wird es Zeit, den Kreislauf auf den Ausstieg vorzubereiten, also schön kräftig mit den Füßen strampeln. Dann kann ich den Ausstieg erkennen und nach ein paar weiteren Kraulzügen spüre ich den Grund an meinen Fingern. Nun die Füße aufsetzen und Halt finden – das klappt gut. Ich komme nicht ins Straucheln. Brille abnehmen und einen Blick auf die Uhr wagen – 43 Minuten – ich bin absolut in der Zeit.

In der Wechselzone bin ich so auf das Mädchen-Zelt fixiert, dass ich zweimal in den falschen Gang zu meiner Wechselbox abbiege. Aus dem Neo komme ich schnell raus. Erst die Uhr abnehmen, dann die Badekappe abnehmen, aus dem Neo schälen, Ohrstöpsel rausnehmen, Füße abspülen und trocknen, Strümpfe an und rein in die Radschuhe, Brille aufsetzen, Gel nehmen, Helm aufsetzen, Startnummer anziehen. Neo sorgfältig in die Box legen und mit dem Handtuch zudecken. Die Box darf ich stehenlassen, das übernehmen die Helfer, denn die Box wird nach Thale in die 2. Wechselzone transportiert.

Mein Rad finde ich schnell, ich muss noch ein paar Meter schieben und werde dann unter ziemlich lautem Anfeuern von meinem Mann, den Helfern und dem Veranstalter auf die Radstrecke geschickt.

Ich komme auch gut in die 2. Disziplin und habe teilweise richtig viel Spaß auf dem Rad. Das Wetter ist super, kaum Wind und die Streckenposten sind klasse. Man wird an jeder noch so kleinen Abzweigung perfekt geleitet und angefeuert. Überall sitzen Helfer mit ihren gelben T-Shirts und zeigen, wo man, bzw. wo man nicht langfahren sollte. Die Strecke ist super … Bis kurz vor Timmenrode und dem ersten Verpflegungspunkt der Bundeswehr. Da kommt der erste winzige Anstieg, aber ich frage mich kurz, ob meine Schaltung kaputt ist, weil ich nicht weiter runterschalten kann – bis ich merke, dass ich schon im kleinsten Gang unterwegs bin. Oh Oh Oh, das macht mir jetzt Angst.


Das Ortseingangsschild Wienrode bedeutet für mich, dass es ab jetzt stetig bergan gehen wird. Diesen Teil bin ich gestern mit dem Auto abgefahren und weiß, dass es nun immer bergauf geht, aber mit einer verträglichen Steigung. Da ich aber später noch 2mal den Berg nach Friedrichsbrunn rauf muss, versuche ich, mit meinen Kräften zu haushalten. Ab und zu holt mich noch ein Radfahrer ein und grüßt mich sogar. Das habe ich noch auf keinem Wettkampf erlebt und freue mich echt darüber. Vielleicht denken sie aber auch, dass sie mich eh nicht im Ziel sehen werden und grüßen aus Mitleid? Ich weiß es nicht, finde es aber eine coole Geste.


Ich habe viel Zeit zum Nachdenken, denn der Berg zieht sich ordentlich in die Länge. Irgendwann höre ich aber doch klatschen und rufen und weiß, dass der Abzweig Richtung Thale erreicht und die Roßtrappe erklommen ist. Von da an wird es allerdings nicht leichter, weil es bergab geht, sondern das ist für mich das wirklich höllischste Stück Strecke dieses Rennens. Ich bin nämlich eine recht ängstliche Radfahrerin und der Straßenbelag macht wahrlich keinen guten Eindruck! Lieblos ausgebesserte Schlaglöcher der vergangenen Jahrzehnte lassen die Abfahrt zu einem Schockerlebnis werden, dass mir bei Ankunft in Thale noch ins Gesicht geschrieben stehen wird. Ich bremse unentwegt, muss mich wahnsinnig doll konzentrieren, um nicht doch ungünstig über die geflickten Stellen zu rollen und mir damit einen Platten einzufahren. Ich bete (wirklich), dass ich nicht in den Straßenrand gerate und den Abhang runterrausche. Ich will hier nur heile unten ankommen. Mein Rad scheppert, die Kette schlägt an den Rahmen und meine Finger drohen schon damit, den Dienst an der Bremse zu quittieren. Aber ich schaffe es unversehrt bis nach Thale. Ich mache innerlich ziemlich viele Kreuze und schicke noch einen Dank ganz nach oben. Nach einer kleineren Runde durch die Stadt komme ich auch an meinem privaten Fanclub vorbei, der mich richtig gut motiviert, den ersten Anstieg nach Friedrichsbrunn in Angriff zu nehmen. Ich muss noch ziemlich schockiert ausgesehen haben. Wie sich später herausstellte, zweifelte mein Support-Team doch ernsthaft daran, ob ich es schaffen würde, so schlecht sah ich aus.

Entsprechend schwerfällig habe ich mich dann auch den ersten Anstieg über knapp 10km nach oben gestrampelt. Ich hab kurz vor dem Hexentanzplatz einen Zwischenstopp einlegen müssen, weil die Beinchen gezittert haben und ich dachte, vom Rad fallen zu müssen oder einfach rückwärts runterzurollen. Beides keine witzige Vorstellung, wenn man weiß, dass das alles nochmal auf mich wartete. Nach kurzem Verpflegungsstopp ging es dann weiter nach oben. Immer schön gleichmäßig kurbeln. Wo es möglich war, nach oben schalten und in Aeroposition gehen, um Kraft zu sparen. Das letzte Stück zieht sich unendlich in die Länge und ich musste fast weinen, weil ich wirklich dachte, ich komme nie oben an. Zum Glück war der Anstieg dann doch irgendwann vorbei und ich konnte mich mit Wasser und Banane versorgen. Die Helfer sind wirklich klasse und haben mich motiviert, durchzuhalten und mir versprochen, dass sie auf mich warten würden, bis ich das zweite Mal oben wäre. Also gut, nützt ja nix. Ich wollte ich die Hölle und ich wollte dieses blöde Finisher-Schild, also muss ich das nochmal machen. Mit der Aussicht, dass es nun ja auch erstmal nur bergab geht, bin ich zuversichtlich wieder aufs Rad geklettert und hab gekurbelt was das Zeug hält. Das machte plötzlich wieder Spaß. Unten angekommen wurde ich wieder von meinem Support-Team empfangen und hoffte, dass sie mich einfach davon überzeugen würden, nicht nochmal nach oben zu fahren. Aber die haben einen Sch… gemacht. „Du schaffst das.“ „Das sieht noch frisch aus.“ „Zieh durch.“ „Juhu, Trallalla.“ Ja von wegen.

Also gut, nur die Harten kommen in Ott’s Garten (kleiner Insider). Nochmal nach oben. Ich wusste ja nun, was mich tatsächlich erwartet und mit dem Wissen ging es beim zweiten Mal gefühlt irgendwie leichter. Wieder ein Zwischenstopp kurz vorm Hexentanzplatz. Dann weiter. Meine Gedanken wurden vom Geräusch eines herannahenden Motorrades unterbrochen. Das überholte mich aber nicht, sondern heftete sich an meinen Windschatten. Meine Gedanken überschlugen sich nun. Am Himmel sah ich dunkle Regenwolken und mir kam die Ansage vom Veranstalter in den Sinn, dass die Strecke gesperrt würde, wenn das Wetter nicht mitspielt. Machen die jetzt die Strecke dicht? Nehmen sie mich aus dem Rennen, weil ich die Cut-Off-Zeit nicht schaffe? Kann mir mal bitte einer sagen, was hier gerade abgeht? Irgendwann hörte ich den Motorradfahrer hinter mir sagen, dass ich das ganz klasse meistern würde. Er motivierte sogar die ohnehin schon applaudierenden Streckenposten, mich noch mehr anzufeuern. Immer wieder musste er unseren Standort durchgeben und mir war klar, dass ich wohl die letzte Radfahrerin sein musste. Nützt nix. Eine muss ja gucken, ob die Strecke frei ist. Mit der moralischen Unterstützung im Windschatten ging es nochmal leichter den Berg rauf. Ab und an fluchte ich zwar doch, aber ich bekam vom Polizisten auf dem Motorrad immer die positive Rückmeldung, dass wir die Cut-Off-Zeit schaffen und dass ich es auch schaffen werde, weil ich einen ziemlich ehrgeizigen Eindruck machen würde. Na dann – wenn er es sagt. So kurbelte ich mich also den Berg rauf und es lief gefühlt leichter, als beim ersten Mal. Was so ein Polizeimotorrad im Rücken doch alles bewirkt.


Als sich endlich das Ortseingangsschild von Friedrichsbrunn hinter der letzten Kurve zeigte, hatte ich tatsächlich vor Glück ein paar Freudentränen in den Augen. Oben angekommen noch einmal Banane snacken, von den Helfern verabschieden und mich bedanken und dann mit einem breiten Grinsen im Gesicht die Fahrt bergab antreten. Das Schlimmste war geschafft. Auch meine Motorradbegleitung konnte nun wieder Gas geben und wir rauschten den Berg runter. Auf halber Strecke schlossen sich zwei weitere Polizei-Motorräder an und ich fühlte mich ziemlich sicher und gut bewacht. Sollte jemand diesen Moment auf Fotos festgehalten haben, wäre ich dankbar, eines davon zu bekommen.

Kurze Zeit später war die zweite Wechselzone erreicht und ich musste meine seelische, körperliche und moralische Verfassung zunächst dem prüfenden Blick des Kampfrichters unterziehen. Nach dieser Abfahrt hatte ich ein breites Lachen im Gesicht, was schließlich das OK für den anstehenden Halbmarathon bedeutete. Der Wechsel ging schnell. Ich hatte alle Aufmerksamkeit der Helfer für mich und hüpfte vergnügt auf die Laufstrecke. Aber nicht ohne meine neuen Begleiter: 3 sportliche Herren mit Mountainbikes.
Allein dies hätte für mich schon Warnung genug sein müssen, was mich nun erwarten würde: Eine Trailstrecke, die ihresgleichen sucht. Kopfsteinpflaster der gemeinsten Sorte, Feldwege mit hinterhältigen versteckten Löchern, aus denen jederzeit wilde Tiere herausrennen konnten, Hügel, Berge, Schotter, huch – Asphalt – ach nee, schon wieder vorbei, noch mehr Kopfsteinpflaster… Ich will nicht mehr. Echt jetzt. Ich renne der Teufelsmauer entgegen, biege links ab, rechts wieder die Teufelsmauer, geradeaus vorbei, wieder rechts – ahh die Teufelsmauer, links dran vorbei und immer weiter. Ich kann das Ding nicht mehr sehen, die Helfer tun mir leid, weil sie so lange auf mich warten müssen und es nimmt kein Ende. Berg rauf, wieder runter, wieder rauf, wieder runter. Irgendwann kommt endlich die Windmühle und danach ein Stück Straße, dass sich gut laufen lässt.
Ansonsten bin ich während der gesamten Zeit nur damit beschäftigt, meinen Fuß an die richtige Stelle zu setzen, damit ich nicht in der letzten Disziplin noch verletzt aussteigen muss. Immerhin gibt es beim Laufen keine Cut-off-Zeit, sodass ich mich nicht unter Druck setzen muss. Ich kann mein Tempo laufen, was die meiste Zeit aus walken/wandern besteht. Mir fehlt die Kraft und die Lust. Ich wusste zwar, dass es durch ein Naturschutzgebiet geht, aber das hier hatte ich beim besten Willen nicht erwartet. Ich bin nur froh, dass ich die richtigen Schuhe eingepackt habe. Mit einer weichen Sohle wäre ich verzweifelt. So konnte ich wenigstens das bisschen Kraft noch in Vortrieb verwandeln und kam voran.
Jetzt war also der Kopf gefragt. Umdrehen war blöd, ich war mitten in der Pampa. Also Ziel fokussieren. Ich will dieses blöde Finisher-Schild. Das soll in mein Wohnzimmer. Und ich hatte ja schon das Finisher-Shirt als Vorschuss, das wollte ich schließlich auch anziehen und sagen können: „Ja ich hab die Hölle bezwungen.“ Außerdem ist das Finisher-Shirt dunkelblau und diese Farbe steht mir ausgezeichnet! Das hieß nun also: Schultern zurück, Rumpfstabi aufbauen und langsam, aber stetig weitermachen, bis du im Ziel bist. Gesagt – getan. In Neinstedt gab es nochmal Unterstützung vom Fanclub und den Bewohnern und Mitarbeitern des Marienhofes (Ich hatte echt Tränen in den Augen – danke für den herzlichen Empfang und eure riesige Unterstützung! Ihr seid großartig!).

Dann lagen die Berge endlich hinter mir. Am Ortsausgang konnte ich schon die Stiftskirche von Quedlinburg sehen und wusste, dass auch der längste Weg mal ein Ende hat. Entlang der Bode lief es dann ganz easy und auf meiner Uhr näherte sich die Anzeige der 20km-Marke. In Quedlinburg angekommen, wartete dann noch der Schlossberg mit Kopfsteinpflaster und zwei oder drei weiteren knackigen Anstiegen auf mich, bevor ich mich durch die „Hölle“ und den „Schuhhof“ dem Teufel, dem Ziel und meinem hart erarbeiteten Finisher-Schild in die Arme werfen konnte. – Geschafft. Es war die Hölle – ehrlich.

Wenn ihr jetzt Lust habt, das auch mal zu machen: Lasst es sein. Macht es nicht. Sucht euch was anderes, flacheres, besser asphaltiertes.

Wenn ihr euch quälen wollt, wenn ihr euch durchbeißen könnt, wenn ihr euch selbst motivieren könnt, wenn ihr die besten Streckenposten und Helfer kennenlernen und wahnsinns-Support im Marienhof haben wollt, wenn ihr an eure Grenzen kommen und dem Teufel begegnen wollt, dann seid ihr in der Hölle genau richtig. Das nächste Mal könnt ihr am 06.09.2020 durch die Hölle gehen.
Ich hatte den längsten Tag meines Lebens. Ich habe geflucht, gemeckert, geweint und gelacht. Ich hatte einen wunderbaren Tag mit wunderbaren Menschen in einer wunderbaren Region. Und ich habe Triathleten nochmal von einer anderen Seite kennengelernt.

Ob ich es wieder mache? Ganz sicher!

Danke für dieses unvergessliche Erlebnis. Danke an alle, die das möglich gemacht haben: Das Veranstaltungsteam rund um Mark Hörstermann, die freiwilligen Helfer, Streckenposten, Sanitäter, Polizisten, Musiker und Trommler, die Sponsoren, die Zuschauer, mein ganz privates Support-Team und den besten Ehemann der Welt.

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